Ankunft in Nairobi

Ich sitze im Flieger von Zürich nach Nairobi, Kenia. Dort werde ich meine Wahlstation und damit den letzten Teil meines Referendariats verbringen. Zum Glück habe ich beim online Check-In am Abend zuvor den letzten Fensterplatz ergattert. Ich bestaune die Alpen, wir fliegen nördlich an Venedig vorbei und ich kann mich gar nicht satt sehen an den felsigen Inseln Kroatiens. Nach der Überquerung des Mittelmeers überfliegen wir die Sahara. Sand soweit das Auge reicht und nichts das an Zivilisation erinnert. Nach einer längeren Zeit erreichen wir Äthiopien. Leider verdecken viele Wolken das Bild, aber die saftige grüne Landschaft lässt sich darunter erahnen. Die Dämmerung setzt ein während wir uns endlich Nairobi nähern. Ich erhasche trotz Wolken einen ersten Blick auf mein neues Zuhause und schon setzt der Flieger zur Landung auf.

Nach der offiziellen Einreise geht es mit dem Taxi ca. 40 Minuten zu meiner Unterkunft. Die Luft ist angenehm warm. Draußen ist es mittlerweile dunkel und die Straßen sind so gut wir nicht beleuchtet. Neben uns fahren Matatus mit schriller Beleuchtung vorbei. Das sind privat betriebene Busse, die hier den öffentlichen Busverkehr ersetzen. Ich bin erstaunt über die Ordnung auf der Straße. Ausgehend von meinen Erfahrungen in Kairo hatte ich erwartet, dass sich keiner an die aufgezeichneten Spuren hält. Ich frage mich, warum ich überhaupt davon ausgegangen bin von Kairo auf Nairobi zu schließen und freue mich darüber durch das Leben mal wieder auf meine eigenen Vorurteile hingewiesen worden zu sein.

Der Taxifahrer weiß mehr von der Bundesliga als ich und erklärt mir das System der kenianischen Nummernschilder. Alle fangen mit „K“ an und dann werden Buchstaben alphabetisch hinzugefügt und anschließend Nummern. Sobald alle Nummern aufgebraucht sind wechselt man zum nächsten Buchstaben. Er erklärt, das deutsche System wäre in Kenia zu gefährlich, weil man durch die Ortsangabe auf die Ethnie schließen könne. Das gäbe dann nur Probleme, wenn man sich außerhalb seiner Region aufhalten würde.

Die Spannung zwischen den Ethnien bestehen in Kenia schon seit der Kolonialzeit. Regelmäßig zu den Wahlen werden die ethnischen Konflikte und Vorurteile noch durch die Kandidaten angeheizt. Nachdem die Wahl Anfang dieses Monats für ungültig erklärt wurde, soll im Oktober die Wahl wiederholt werden. Momentan ist die Stimmung deshalb besonders angespannt.

Wir passieren ein bewachtes Tor zu dem bewachten Viertel, in dem ich wohnen werde (gated community) und halten vor dem Tor zu meiner Unterkunft. Zweimal Hupen und der Nachtwächter macht auf. An diesem System hat sich wohl seit vielen Jahren nichts geändert. Nairobi gilt immer noch als eine Stadt mit hoher Kriminalitätsrate.

Nach einem kurzen Empfang durch die Familie, bei der ich wohne, lege ich mich ins Bett und bin voller Vorfreude auf morgen: Mein erster Tag in Nairobi.

 

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