Erste Eindrücke

Das Haus der Familie bei der ich hier wohne hat zwei Stockwerke ist recht groß. Mein Zimmer liegt oben und dadurch habe ich einen guten Ausblick. Es gibt eine Terrasse und viele Pflanzen, wobei der rot-braune trockene Boden dazwischen hervorscheint. Ich denke, das ist ein ähnlicher Boden wie der rote im Grand Canyon in den USA. Eine der Pflanzen im Garten haben wir in klein zuhause in der WG auf dem Küchenfenstersims stehen. Die ist hier ein etwa 1,5m hoher und breiter Busch.

Das Grundstück ist mit einer Mauer und einem Blechzaun umzäunt und auch die Fenster und der Ausgang zur Terrasse sind allesamt mit Gittern umzäunt. Ich finde, man kommt sich dadurch wie ein Vogel im Käfig vor. Aber anscheinend braucht es das zur Sicherheit zusätzlich zu der Umzäunung, dem verschlossenen Einfahrtstor und zwei Nachtwächtern und zwei großen Hunden. Die zwei (Wach-) Hunde sind vielleicht aber auch gar keine. Sie sind sehr groß und wuschelig. Als ich gestern angekommen bin und auch heute als ich an ihnen vorbei gelaufen bin haben sie mich sofort von oben bis unten abgeschnüffelt. Vor allem der eine wollte anscheinend ganz viel gekrault werden. Auch wenn ich nicht so die Hundeperson bin, haben sie mich so doch von sich überzeugt.

Neben den zwei Wachleuten, hat die Familie tagsüber noch zwei andere Angestellte. Einen, der sich um den Hof und die Pflanzen kümmert und eine Haushelferin, die von Montag bis Freitag alles erledigt. Unter anderem auch den Abwasch und Wäsche und auch kocht. Der Abwasch läuft komplett vom Hand. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, dass das wohl so üblich sei in Kenia.

Im Haus und auf der Terrasse ist es relativ frisch. Sobald man sich aber nach draußen begibt, schlägt einem die Wärme des Bodens und der Straße entgegen.

Heute erkunde ich meine Nachbarschaft habe ich mir vorgenommen. Ich lasse mir den Fußweg zu meiner Arbeitsstelle erklären und laufe los, strammen Schrittes, als hätte ich den vollen Durchblick, immer am Straßenrand einer Hauptstraße auf rotem Staub und Stein. Neben mir brettern die Autos, Mopeds und Matatus vorbei. Auf der anderen Seite liegt viel Müll. Es stinkt, ich finde nach Verwesung. Dennoch begeistern mich die vielen neuen Pflanzen und Vögel und der rote Boden. Nach einer Weile ist klar, der Weg kann nicht stimmen. Ich versuche unauffällig auf mein Smartphone zu schauen. Mist! Eine Straße zu früh abgebogen. Ich muss den Weg fast bis zum Anfang zurück. Also stiefle ich im Staub mit erhobenen Haupt zurück und setze meine Strecke in die richtige Richtung fort.

Hin- und wieder schaue ich nun verunsichert auf mein Smartphone. Ich will mich nicht nochmal verlaufen. Anscheinend bin ich damit auch nicht ganz alleine. Später erfahre ich, dass ich das Smartphone lediglich nicht in großen Menschenmassen oder im Matatu heraus holen sollte.

Die Straße gleicht zum Teil einem straßenbreiten Wanderweg in rotem Staub. Das wird lustig hier ab Montag im Businessrock entlang zu wandern. Zum Glück trage ich heute Jeans und Turnschuhe. Auf dem Rückweg muss der Wanderweg bergauf erklommen werden. Ich gehe strammen Schrittes, aber werde prompt von einem älteren Herrn überholt.

Am verschlossenen Tor zu meinem geschützten Viertel angekommen stelle ich fest, dass es zwei Tore und nicht nur eines gibt. Ich bin für einen kurzen Moment verwirrt. Da spricht mich einer der Wächter an, ich sei doch die, die gestern angekommen sei. Ob ich mich verlaufen hätte. Ich lache und gebe zu, dass ich keine Orientierungskanone bin. Er amüsiert sich herrlich mit dem zweiten Wächter und meint, das wäre doch wunderbar, denn nur so könne ich die Stadt wirklich kennen lernen. Beide schlagen vor, dass ich zum Training noch eine Runde durch das Viertel gehe. Runde ist dabei wörtlich gemeint. Ich folge dem Ratschlag und laufe immer die Straße geradeaus, d.h. im Kreis bis ich von innen an das andere Tor gelange, dass neben dem Tor liegt, durch das ich eingelassen wurde.

Es ist wirklich wunderbar wie freundlich die Menschen hier sind. Ich habe den Eindruck die Menschen lachen sehr viel auf der Straße und bei der Arbeit und auch in der Familie bei der ich wohne. Alle sind unglaublich hilfsbereit und die wenigen Brocken Swahili zahlen sich wirklich aus. Kaum packt man die aus, erhellen sich die Gesichter, selbst wenn man nur Danke sagen kann.

Blick aus meinem Zimmer

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